Antonia, Chiara und Aran haben sich am Institut für Angewandte Theaterwissenschaft in Gießen kennengelernt und bisher größtenteils getrennt voneinander gearbeitet. Was ihre Praktiken verbindet, ist ein verstärkter Fokus auf Performativität und die unterschiedlichen Arten der Verwendung und Darstellung von Klang, Sound Medien, Stimme und Erzählung in Performance und theatralischen Settings – auf der Suche nach experimentellen Wegen, um das Feld für eine eher auditive als überwiegend visuelle Erfahrung zu öffnen und subtil affirmativ bewusst zu machen.

Wie viele zeitgenössische Klangpraktiker*innen haben auch sie begonnen, ein wachsendes Interesse an der Aufnahme und Prozessierung von Momenten, Klanglandschaften und zufälligen Begegnungen aus dem Alltag zu entwickeln. Ihre gemeinsame Praxis konzentriert sich auf diese Artefakte. Während des Festivals wird es eine Homepage und Plakate geben, um Ideen auszutauschen und Kontakte zu knüpfen. Es wird kein Instagram geben.

ASJA ist Theatermacherin und beschäftigt sich auf und neben der Bühne mit spielerischen Formaten, die Fiktion und Alltag verschwimmen lassen. Sie kommt aus Mannheim und ist nach einem Studium der Arabistik in Marburg und Kairo am Gießener Institut für Angewandte Theaterwissenschaft gelandet. Seit 2020 lebt sie im Frankfurter Bahnhofsviertel und arbeitet als ausgebildete Mediatorin, sowie als Theatermacherin, Dramaturgin und Performerin.

https://asja.works/ 

Mareike Buchmann ist freischaffende Tänzerin und Performerin. Sie produzierte bereits zahlreiche Stücke und wird künftig das Ensemble IDA FLUX leiten. Mit SYMSOMA verfolgt sie ihre Vision von Bewegungsforschung, die sich der Erfahrung von Körpern in Bewegung widmet. Sie lebt in Wiesbaden.

Praktik
LA MOVE

Jacob Bussmann lebt in Frankfurt/M und arbeitet als Musiker und Performer. Er studierte Klavier an der Musikhochschule Frankfurt/M und der Sibelius Akademie Helsinki sowie Angewandte Theaterwissenschaft in Gießen. In Produktionsstrukturen der freien Szene in Frankfurt/M kollaboriert er an theatralen, performativen und musikalischen Projekten. Für Stadttheater komponierte er Bühnenmusik und ist als musikalischer Leiter tätig.

Praktik
local dancing

Frédéric De Carlo wurde in Paris geboren und lebt in Frankfurt. Er studierte zeitgenössischen Tanz am Conservatoire National Supérieur de Paris. Er ist freischaffender Tanz- und Performancemacher und arbeitet seit 2017 zusammen mit lokalen Künstler*innen. Seine Projekte beschäftigen sich mit Geschlechterfragen, Repräsentation und Körperpraktiken. Er ist auch Bewegungspädagoge und unterrichtet die Einweihung in somatische.

Praktik
local dancing

Die die Institutionen prägenden Überschneidungen der Formen von Diskriminierung, in denen Choreografie, Tanz und Performance in Deutschland entwickelt und gezeigt werden, und die hinter hübschen Inklusionsprogrammen versteckt werden, ohne etwas Wesentliches zu verändern, haben Renés Identität und ihren Ansatz für künstlerisches Schaffen geprägt. Sie verfolgt und schätzt Strategien, die darauf abzielen, gewalttätige Strukturen NICHT zu reproduzieren, nicht einmal, um Gewalt zu denunzieren.

Praktik
local dancing

Mai Ishijima ist eine medienübergreifende Künstler*in und Forscher*in.

In Tokio arbeiteten dey 7 Jahre lang an der Änderung des japanischen Transgender-Gesetzes und den Gesetzen zur Familiengründung von Trans*-Personen. Nach einem Umzug nach Mainz begannen dey mit der Arbeit an partizipativer Kunst, um nonverbale Sinne und Kommunikation zu erforschen. Gleichzeitig sind dey seit 2013 Teil der Gruppe Tangram Sam in Tsukuba und machen dort Musikperformances.

Mai Ishijimas Kunstwerke konzentrieren sich auf menschliche Erfahrungen, insbesondere auf solche, die (noch) nicht verbal kommuniziert werden. Dey versuchen, durch Bilder, Klänge, Räume und Texturen einen immersiven Raum zu öffnen, um über diese Erfahrungen nachzudenken und sie dabei auf angenehme und umsichtige Weise wahrnehmbar zu machen.

Lena Kunz lebt ebenfalls in Wiesbaden und ist Performerin, Dramaturgin und Dozentin für Tanzgeschichte. Nachdem sie drei Jahre beim Hessischen Staatsballett tätig war, wird sie Mitglied im Ensemble IDA FLUX sein und das gestaltende Arbeiten mit Bewegung und Ton weiterverfolgen.

Praktik
LA MOVE

Hanna Launikovich (geboren 1996). Unabhängige Performance-Künstlerin weißrussischer Herkunft, lebt derzeit in Gießen, wo sie MA Choreographie und Performance studiert. Sie arbeitet seit 2018 mit Dokumentartheater/interdisziplinären Dokumentationspraktiken, experimentiert derzeit mit Videokunst und kreiert Soundscapes als performative Partituren. In ihrer künstlerischen Praxis konzentriert sie sich vor allem auf sozial bedeutsame und traumatische Themen, die für die belarussische Gesellschaft relevant sind, sowie auf Identitätssuche und Isolation.

Praktik
Implan.tat

Olen Mamai – nicht-binäre*r ukrainische*r Künstler*in und Performer*in, arbeitet mit Selbstbiografie. Studium an der Nationalen Akademie für Bildende Kunst und Architektur in Kiew, Ukraine. Zurzeit studiert Olen an der Justus-Liebig-Universität in Gießen.

Praktik
Implan.tat

PINK & BLAU sind wir: Mareike Buchmann und Lena Kunz. In unseren gemeinsamen Projekten entwickeln wir Ideen und Konzepte, die sich für mehr Sichtbarkeit von Zeitgenössischem Tanz und Performance einsetzen. Unserer Zusammenarbeit basiert auf unserer Freundschaft und der Frage, wie sich freundliche Arbeitsbedingungen gestalten lassen.

Praktik
LA MOVE

Project Shelter, gegründet 2014, ist eine politische Graswurzel-Bewegung, die sich für Solidarität und eine Stadt für alle einsetzt. Wir sind eine Gruppe von Menschen mit und ohne Flucht- oder Migrationsgeschichte, die sich für die Rechte von obdachlosen Migrant*innen und Geflüchteten in Frankfurt engagiert. Unser Hauptziel ist es, ein selbstorganisiertes Zentrum für Migration in Frankfurt zu eröffnen. Einen sicheren Hafen, wo Schlafplätzen, Essen und Informationen für Menschen bereitgestellt werden, die neu in Frankfurt angekommen sind. Wir haben bereits eine Vielzahl an politischen Aktionen gemacht, um dieses Ziel zu erreichen. Darunter Demos und Petitionen sowie Treffen mit Politiker*innen oder Besetzungen. Dabei haben wir erfahren, dass die Stadt Frankfurt ein Zentrum für Migration ablehnt. Aber davon lassen wir uns nicht abschrecken: Wir kämpfen weiter für ein selbstorganisiertes Zentrum!

Clara Reiner performt, choreographiert, baut Objekte für die Bühne und lebt in Offenbach. Sie studierte Choreographie und Performance am Institut für Angewandte Theaterwissenschaft in Gießen sowie Skulptur an der Koninklijke Academie voor Schone Kunsten (KASK) in Ghent (Belgien).

Praktik
local dancing

Jonathan Schmidt-Colinet realisiert in unterschiedlichen Arbeitskonstellationen Performances, arbeitet im Bereich Bühnenbild und Grafikdesign/Illustration. Ein besonderes Interesse liegt dabei in Prozessen der Verräumlichung und kreativen Erzählweisen mit Bildern und Objekten.

Jonathan absolvierte das gestalterische Propädeutikum an der Zürcher Hochschule der Künste, studierte Bühnenbild an der UdK Berlin und Angewandte Theaterwissenschaft an der Justus-Liebig-Univerisität Gießen. Seit 2020 lebt er in Frankfurt.
www.spacetimerelations.org